Inhaltsverzeichnis

Wie ich selbst zum Barhuf kam

Warum Barhuf?

Die wichtigsten Vorteile eines gesunden Barhufes

Umstellung auf Barhuf

Wie ich arbeite / FBA Ausbildung

Wie ich selbst zum Barhuf kam

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mir bis vor ein paar Jahren nicht wirklich Gedanken zu Hufen gemacht habe. Ich war jahrelang Reitbeteiligung von verschiedenen Pferden, die meisten waren mit Hufeisen beschlagen. In Berührung mit dem ersten Barhufpferd kam ich, als ich ein Teenager war. Meine Erinnerung diesbezüglich sind aber nicht gerade die Besten. Mühsames an- und ausziehen der Schuhe, ständiges Verlieren im Galopp mit anschliessendem Suchen der Schuhe im Feld. Daher erschien mir ein beschlagenes Pferd doch von Vorteil.

Jahre später, entschied sich die Besitzerin eines Pflegepferdes von mir, ihrem Pferd die Eisen abzunehmen. Ich war überrascht, wie sich die Barhufszene in der Zwischenzeit etabliert hat. Die Schuhe waren schnell und einfach angezogen, das Pferd fühlte sich pudelwohl und wir genossen gemeinsam uneingeschränkte Ausritte. Selbst in den wildesten Galoppaden hielten die Schuhe fest am Huf.

Ich begann mich, mit dem Thema Barhufpflege genauer auseinanderzusetzten. Ich bemerkte, wie wichtig gute Hufe für Pferde sind und was so ein Barhuf für Vorteile für das Pferd mitbringt. Im Jahr 2017 beschloss ich daher, selbst die Ausbildung zur Barhufpflegerin an der LTZ-Institution zu machen.

Als dann 2019 mein Seelenpferd Carero zu mir kam, war für mich von Anfang an klar, dass auch er ein Barhufleben geniessen darf. Nachdem er sich im neuen Stall gut integriert hatte, kamen die Eisen ab. Mir fiel schnell auf, dass sein Gang viel geschmeidiger wurde, das ständige klacksende Geräusch, dass aus dem Zusammenprallen der hinteren Fesselgelenke kam, verschwand. Er wurde trittsicherer, was sich auch positiv auf sein Gleichgewicht auswirkte.

Auch wenn mir anfangs einige zur Umstellung abgeraten haben, bin ich doch froh, habe ich es erfolgreich durchgezogen.

Gerne unterstütze ich auch dich und dein Pferd auf dem Weg zur Barhufumstellung.

Back to nature – wie die Natur es vorgesehen hat.


Warum Barhuf?

Jeder weiss, dass Pferde ohne Eisen auf die Welt kommen. Barhuf wurde somit von der Natur vorgesehen. Warum aber beschlagen wir Pferde?

Dass immer noch die meisten Pferde beschlagen werden, schuldet eher der Tradition wie der tatsächlichen Notwendigkeit. Bevor die Pferde uns Menschen kennenlernten, hatten sie keine Probleme mit ihren Hufen. Erst durch die Domestizierung der Pferde mit deren intensiver Nutzung musste ein Hufschutz her.

In der Antike waren Hufeisen noch nicht erfunden und die alten Griechen und Römer bastelten Sandalen für die Hufe ihrer Pferde. Erst später wurde das Eisen erfunden, welcher die Hufe vor übermassigem Abrieb schützte. Napoleon und sein Schimmel Vizir beispielsweise schafften 1812 auf dem Russlandfeldzug mehr als 6000 Kilometer in acht Monaten. Heutzutage werden Pferde ganz anders genutzt, so dass ein Hufbeschlag oft gar nicht nötig wäre.

Anbei fünf interessante Vorteile des Barhufgehens für Pferde:

1. Hufmechanismus

Der Huf selbst sieht zwar von aussen hart und leblos aus – im Huf selbst steckt aber sehr viel Leben. Der bewegliche Innenteil der Hufe besteht aus diversen Mechanismen, Blutbahnen und Nerven.

Unter Hufmechanismus versteht man all jene Effekte, die sich aus der Elastizität des Hufes ergeben. Die Hufkapsel kann sich sowohl horizontal weiten und zusammenziehen als auch vertikal an unterschiedliche Bodenbeschaffenheiten (z. B. Steine, Unebenheiten etc.) anpassen. Diese Fähigkeit des Hufmechanismus ist dafür verantwortlich, wie trittsicher ein Pferd läuft.

Ein gesunder Barhuf hat im Vergleich zu einem gut beschlagenen Pferd einen deutlich besseren Hufmechanismus.

2. Verbesserte Blutpump-Funktion

Die Hufe leisten einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung des gesamten Blutkreislaufs. Um die Blutversorgung in den Pferdebeinen sicher zu stellen, funktioniert der Huf auch als eine Art Blutpumpe. Diese Blutpumpe ist dafür zuständig, dass das Blut aus den langen Pferdebeinen wieder nach oben zum Herzen transportiert werden kann. Dies geschieht, indem sich der Huf bei Belastung weitet und ohne Belastung wieder verengt.

Daher kommt auch der bekannte Spruch: „Das Pferd hat fünf Herzen – eins in der Brust und vier in den Beinen!“

Durch einen optimalen Blutkreislauf steigert sich die Leistungsfähigkeit eines Pferdes, unterstützt dessen Stoffwechsel und gewährleistet so die optimale Nährstoffversorgung des Hufes.

Bei einem Pferd mit Eisen wird diese Blutpumpfunktion leider stark eingeschränkt.

3. Optimiertes Hufwachstum und Hufqualität

Die Hufqualität und das Hufwachstum sind immer von den ausgesetzten Belastungen abhängig. Durch einen Beschlag findet dieser natürliche Hornabrieb nicht mehr statt. «Use it or lose it» lautet hier die Devise. Bei uns Menschen ist dies vergleichbar mit künstlichen Fingernägeln. Viele Frauen die künstliche Nägel haben wissen, dass dann die eigenen Fingernägel immer dünner und brüchiger werden. Denselben Effekt haben die Eisen auf die das Hufwachstum und die Hufqualität.

4. Entgiftungsfunktion über die Hufe

Durch die Hufkapillaren werden Abfallprodukte des Stoffwechsels ausgeschieden. Sind der Hufmechanismus und das Hornwachstum eingeschränkt, ist die Entgiftung über die Hufe geringer. Dadurch werden andere Organe wie Leber, Nieren und Haut vermehrt belastet.

5. Stossdämpfungsfunktion des Hufes

Die Hornkapsel eines Hufes wirkt stossdämpfend.

Durch einen Hufbeschlag und dessen starren Materials verringert sich die Stossdämpfung des Hufes. Eisen haben zudem eine Eigenschwingung – diese Vibration zerrt an den Sehnen/Bändern und Gelenkkapseln und kann so langfristig zu Entzündungen und Arthrosen führen.

Aus diesen Vorteilen ist klar ersichtlich, wie alles im Körper zusammenhängt und wie sehr die Hufe die allgemeine Gesundheit eines Pferdes beeinflussen.

Oftmals werden Pferde auch nur aus reiner Bequemlichkeit der Reiter beschlagen. Aussagen wie:

  • «Och, das wäre mir zu anstrengend immer mit diesen Hufschuhen zu hantieren»
  • «Mein Pferd läuft doch super mit Eisen»
  • «Das wurde ja schon immer so gemacht»
  • Etc.

bekomme ich oft zu hören. Ich möchte auch auf keinen Fall die Hufeisen verteufeln. Es gibt sicherlich Fälle, wo dies Sinn macht oder unumgänglich ist. Viele Pferdebesitzer sind einfach unwissend (so wie ich vor einigen Jahren) und machen sich nicht wirklich viel Gedanken um die Hufe ihrer Pferde. Doch wenn wir ehrlich sind, sollte sich jeder Reiter die Hufsituation seines Pferdes nochmals überdenken. Vielleicht überwiegen die Vorteile des Barhufes für das Pferd ja doch… 😉

Die wichtigsten Vorteile eines gesunden Barhufes kurz und prägnant zusammengefasst:

  • Gewährleistung des natürlichen Hufmechanismus
  • Bessere Durchblutung
  • Mehr Dämpfung und damit weniger Schläge auf die Gelenke
  • Schonung des gesamten Bewegungsapparates
  • Lastenverteilung auf Tragrand, Sohle und Strahl
  • Erhöhter Tastsinn – das Pferd fühlt den Untergrund besser
  • Besserer Halt auf allen Böden
  • Natürlicher Abrieb des Hufhorns
  • Das Horn wird durch Nagellöcher nicht brüchig oder beschädigt
  • Die Verletzungsgefahr ist mit Barhuf am geringsten
  • Im Winter haftet der Schnee nicht am Huf – kein Aufstollen
  • Geringerer Flurschaden auf Weiden und im Auslauf
  • Feine Korrekturmöglichkeit in kurzen zeitlichen Abständen bei Fehlbelastungen
  • Keine Druckstellen durch Nägel

Hufe sind DIE Basis, auf der ein Pferd steht und durch sein Leben geht. Die Hufe nehmen zusätzlich unglaublich viel Einfluss auf verschiedene Körperfunktionen des Pferdes.

Ein spannendes Buch zu diesem Thema, dass ich jedem empfehlen kann «Jedes Pferd kann BARHUF laufen» von Claudia Götz.

Ich bin überzeugt, dass es bezüglich Biomechanik und Physiologie ideal für Pferde ist, wenn sie so laufen können, wie die Natur es vorgesehen hat.

Daher empfehle ich, wann immer es möglich ist, ein Pferd Barhuf zu halten.


Umstellung auf Barhuf

Viele haben das Bedürfnis, ihr Pferd so natürlich wie möglich zu halten. Schlussendlich ist es aber das Pferd, auf das eingegangen werden muss. Sein Wohlbefinden barhuf zu gehen, stehe an erster Stelle. Ein bewusster Aufbauprozess ist unumgänglich, damit der Barhuf dem täglichen Gebrauch bestens angepasst werden kann. 

Gesunde Hufe brauchen vor allem eins – die richtige und regelmässige Barhufpflege, artgerechte Haltung sowie die passende Ernährung.

Vor der Umstellung sind daher folgende Punkte zu beachten:

  • Welche Voraussetzungen sind gegeben? (Hufzustand, Hufqualität, Alter des Pferdes etc.)
  • Wie wird das Pferd gehalten (Boxe, Offenstall, Aktivstall etc.)?
  • Wie wird das Pferd genutzt (Freizeitpferd, Sportpferd etc.)?

Gerne berate ich dich persönlich bei der Frage, ob sich dein Pferd für eine Barhufhaltung eignet und unterstützte dich im Umstellungsprozess.


Wie ich arbeite / FBA Ausbildung

Meine individuelle Hufbearbeitung wird auf das jeweilige Pferd und dessen Haltung und Nutzung abgestimmt. Ich achte besonders darauf, nicht nur optisch einen Idealhuf zu formen, sondern für das jeweilige Pferd die korrekte Hufstellung zu erarbeiten.

Ziel jeder Barhufbearbeitung ist es, dass sich das Pferd danach frei und freudig bewegen kann.

Info zu der LTZ-Zanger Ausbildung, die ich 2018 erfolgreich abgeschlossen habe:

Die Hufpfleger FBA Ausbildung am LTZ ist zertifiziert durch den SHV (Schweizerischer Hufpflege Verband) und in der Schweiz behördlich anerkannt. Diese Ausbildungsform ist methodenoffen und biomechanisch geschult (bmg) – mit Blick auf den gesamten Bewegungsprozess:

Diese Ausbildung lenkt den Blick darauf, dass jede Hufsituation, die man vorfindet, von den biomechanischen Bewegungsprozessen des Pferdes, sowie von seiner anatomischen Individualität geformt wird. Der Pferdekörper ist höchst dynamisch! Er ist ein plastisches flexibles System, das sich schnell auf wechselnde Situationen einstellen kann.

Kurz gesprochen steht das bmg-Zertifikat für eine Hufbearbeitung, die über den „Tellerrand“ des Hufes hinausschaut. Dabei analysiert sie methodenoffen unterschiedliche Hufbearbeitungstheorien und berücksichtigt gleichzeitig die anatomischen Besonderheiten eines Pferdes wie Knochenstruktur, Muskulatur oder Bewegungsabläufe, um so zu einer möglichst individuellen Bearbeitung des Hufes zu gelangen. (Michael Zanger, Leiter LTZ)

Bist du bereit deinem Tier etwas Gutes zu tun?

Mit meinem Angebot als ganzheitliche Tiertherapeutin möchte ich dein Tier in der Gesunderhaltung und Heilung unterstützen.